Blick vom Alphubel4206 m zum Monte Rosa Florian Kluckner, Telefon: 0039 - 349.4196 455   P.IVA 02472650031  Kontakt     Impressum /  Datenschutz    Links   Rosengarten, Dolomiten Das Runde, in einem Kreis gedachte Erleben einer Klettertour   Damit sind die einzelnen Abschnitte einer Tour, wie der Zustieg, die Kletterei,  der Ausstieg oder Gipfel und der Abstieg über einen anderen Weg als es  der Aufstieg bot, mit der Rückkehr zum Ausgangspunkt gemeint. Werden  diese einzelnen Abschnitte zusammengefügt, entsteht eine kreisförmige  Bewegung.    Im Gegensatz hierzu würden die lineare Bewegung, das lineare  Erleben stehen. Damit gemeint sind der Zustieg, die Kletterei bis zum  höchsten Punkt. Es folgt das Abseilen über die Klettertour zum  Einstieg. Der weitere Abstieg leitet über den Zustiegsweg zum  Parkplatz. Folgt man dieser Bewegung, die man ausgeführt hat, nach,  so ergibt sich eine lineare Auf- und Ab- Bewegung. Diese Bewegung ist  beim Sportklettern üblich, hat sich aber auch auf alpine Wände  übertragen.    Der Unterschied in der Erlebnisqualität dieser Bewegungen und ihre Wirkung  auf den Menschen ist enorm, doch meist unbewusst. Um den Unterschied zu  verdeutlichen, hat Heinz Grill eine Übung gegeben. Hierzu werden die Arme  verwendet, welche die Bewegungen nachzeichnen.    Übung: Die Übung kann im Sitzen oder Stehen ausgeführt werden. Richten Sie  die Wirbelsäule sanft auf, damit eine bessere Aufmerksamkeit erfolgen kann.    Die Beschreibung der Linie: Halten Sie die rechte Hand mit der Handfläche  nach unten auf der Höhe des Nabels. Führen Sie die Hand in einer geraden,  langsam aufsteigenden Linie über den Kopf und wieder zurück. Führen Sie  diese Auf– und Ab- Bewegung öfters hintereinander aus mit der Überlegung,  was für eine Empfindung dabei entsteht. Die Linie, hier von einem tieferen auf  ein höheres Niveau, beschreibt eine Strecke. Sie ist mit dem Beginn (beim  Parkplatz) und dem Endpunkt (Ausstieg , Gipfel, Umlenkhaken) begrenzt. Die  Strecke beschreibt auch eine Polarität, wie „tief“ und „hoch“. So wird auch ein  Empfinden von einer begrenzten Bewegung entstehen.    Die Beschreibung des Kreises: Die linke Hand befindet sich auf der Höhe des  Nabels. Zeichnen Sie die Form eines Halbkreises nach links, dessen höchster  Punkt über dem Kopf ist, nach (Ausstieg, Gipfel). Hier berühren sich der linke  und der rechte Zeigefinger. Die rechte Hand vervollständigt den Kreis, indem  sie halbkreisförmig wieder oberhalb des Nabels (Parkplatz) zurückgeführt wird.  Führen Sie auch diese Bewegung öfters aus. Man kann sich dabei an die  einzelnen Abschnitte einer Tour zurückerinnern. Wenn sich der Kletterer oder  Bergsteiger diese Bewegung des Kreises vergegenwärtigt, kann ein Fühlen  entstehen, das ich mit „wie eingebunden sein in ein Ganzes“ bezeichnen  möchte. Der Kreis beschreibt eine Linie ohne Anfang und Ende. Er ist auch ein  Symbol für das Unendliche, das Geschlossene, für das Unvergängliche.    So wie sich bei dieser Übung unterschiedliche Eindrücke ergeben, so kehrt der  Kletterer, je nachdem welche Gesamtbewegung er ausgeführt hat, mit  unterschiedlichen Eindrücken zurück.   Wie kann man diese einzelnen Abschnitte des Kreises erleben? Beim Aufbruch  herrscht eine Stimmung der Vorfreude bis spannenden Erwartung. Aber auch  Ungewissheit, was die bevorstehende Tour verspricht,  kann durchklingen. Das  Gehen am Zustiegsweg lässt endlich zur Tat schreiten und dem Ziel  näherkommen. Am Einstieg angelangt, folgt die Kletterei. Sie bildet den  Hauptteil. Es ist jener Teil, für den man die Tour überhaupt geplant hat. Hier  angekommen, verlässt man den sicheren Boden der Horizontalen und begibt  sich in die aufregende und spannende Vertikale. Durch die exponierte, schnell  auch die Existenz bedrohende Lage ist die ganze Aufmerksamkeit auf die  Gegenwart, das Hier und Jetzt gefordert. Es liegen emotionale Höhen, wenn  zum Beispiel in einer etwas schwierigeren Stelle ein schöner großer Griff zu  erreichen ist, und Tiefen, wenn an einer schwierigen Stelle, wo man sich  schon an der Sturzgrenze bewegt und kein guter Griff in Aussicht ist, nahe  beieinander. Dies so lange, bis der Gipfel oder Endpunkt, und damit wieder  die vertraute Horizontale erreicht ist. Der Alltag mit seinen Sorgen blieb in  den einzelnen Seillängen weit zurück. Es kann ein Gefühl des  Angekommenseins entstehen. Dazu schenkt der weite Blick über das Tal  einen Moment der inneren Ruhe und Einkehr.   Nach den gewonnenen Erfahrungen und intensiven Eindrücken und Erlebnissen  erfolgt der Abstieg. Meist ist er weniger anstrengend als die anderen beiden  Teile einer Tour. Er bildet den Ausklang. Es ist aber auch die Rückkehr zu den  Aufgaben und Anforderungen des Alltages. Beim Auto angekommen, kann man  sich wohl des Eindrucks nicht verwehren, ein „anderer“ geworden zu sein. Man  kann sich mit sich selbst, mit der Natur, aber auch mit dem Nächsten verbunden  fühlen. Dieses heutzutage wohl sehr seltene Gefühl des Sich-Verbunden-  Fühlens, der Nähe zu sich selbst und zum Nächsten schenkt dem Menschen eine  innere Ruhe, Ausgeglichenheit, Entspannung und Regeneration.    Beim Klettern liegt die Versuchung nahe, den Schwerpunkt eines Unternehmens  auf den Genuss oder Schwierigkeitsgrad einer Kletterei zu beschränken. Damit  beraubt man sich aber des Gesamterlebens, das eine Klettertour ermöglicht.  Meist unbewusst sucht der alpinistisch geprägte Kletterer dieses Gesamterleben  und die Verbindung zum Berg. Gerade beim Abstieg lernt man einen Berg oder  Wandabschnitt von einer ganz anderen Seite kennen. Es kann sich dabei der  Eindruck, den man während des Kletterns in der Wand gewonnen hat, ob es zum  Beispiel eine freundliche oder abweisende Wand ist, beim Abstieg bestätigen  oder relativieren.    Um eine Tour als „rundes Gesamterleben“ erfahren zu können, hängt viel  davon ab, wie sich die einzelnen Teilabschnitte zusammenfügen und ineinander  übergehen. Ist der Zu- oder Abstieg ein Kampf durch das Dickicht, die  Routenführung unklar, so wird man sie wohl mehr wie einen „eckigen“  Kreis  erleben. Ein Beispiel für ein rundes, flüssiges Erleben ist die Via „Luna  argentea“ an der Piramide Lakschmi. Hier leitet die letzte Seillänge über eine  leichte Platte direkt in den Abstieg über. Es kann ein runder Übergang vom  Ausstieg zum Abstieg erlebt werden. Im Gegensatz hierzu kann die Via  „Helena“ an der Parete San Paolo stehen. Hier ist der Ausstieg über einen  steilen Pfeiler, der auf einem „Gipfelpunkt“ abrupt endet.    Jede von mir angelegte Führe hat ihre eigenen unterschiedlichen  Charakteristiken und damit Erlebensweisen. Über allen steht die Idee eines  gedachten Kreises.
Zustieg Abstieg Klettertour Am Zustiegs Weg Das Klettern erfordert die ganze Aufmerksamkeit Der weite Blick über das Tal Abstieg mit Rückkehr ins Tal und den Aufgaben Text zum Drucken und Herunterladen Gipfel Pian dela paia, il Dain Franz Heiß beim Zustieg zum Coste dell`Anglone Florian Kluckner in der via “Il canto dell`Indria”, Coste dell` Anglone” Franz Heiß am Ausstieg  des Coste dell`Anglone Franz Heiß beim Abstieg vom Coste dell`Anglone